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Assistenzarzt - Alltägliches aus dem Ärzteleben
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Posted on 29.10.2006 at 05:22 PM - Post Comment
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is ne Zahl
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is mein Jahrgang
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is die Stundenzahl, die ich diese Woche abgerissen habe. 2 Dienste, einer davon ein Sonnabend. Dazu Überstunden, die ich "korrekterweise" nicht dokumentiert habe - weil wir offiziell keine Überstunden machen dürfen. Mit diesen 78 Stunden habe ich gegen den Tarifvertrag verstoßen (der in meiner Dienststufe max 52 Stunden pro Woche zulässt), gegen das Arbeitszeitgesetz und keine Ahnung was noch. Das Arbeitsschutzgesetz habe ich auch unterlaufen, weil ich natürlich nicht die Pausenzeiten von 30 min nach 6 h Arbeit bzw. 45 min nach 9 Stunden Arbeit eingehalten habe. Wieso wissen das die Patienten eigentlich nicht, dass der Doktor auch ne Pause machen muss? Die kommen einfach und wollen behandelt werden... und einige meckern, wenn sie nach 2 Stunden noch nicht wieder aus der Notaufnahme raus sind und nach Hause gehen können, obwohl sie sich zuvor mit einem RTW und Sondersignal haben bringen lassen. Ja, es ist total befriedigend, diesen Job zu machen. Jaaaaaaaaaaa... ich habe immer so seltsame Laune, wenn ich im Zustand nach Dienst bin. Gestern haben wir gleich nach zwei Stunden reanimieren müssen. Erst hatten wir ihn wieder und dann ist er nachher ein paar Stunden später doch auf ITS gestorben. Scheiße. Ich hatte gedacht, er schafft es. Die Details will ich hier nicht schreiben, nur, dass ich ziemlich sauer auf den Notarzt war. Zwei Stunden später hatten wir 3 Gomers gleichzeitig in der Aufnahme. Man hat sein eigenes Wort nicht mehr verstanden. "Zickezack, zickezack, zickezack..." machte die eine, die andere "Hilfe, hilfe, hilfe" und die dritte "Aaaaaaahhhh, aua, aaaaahhhh". Die anderen Patienten haben ziemlich gelitten darunter. Aber was soll man machen? Ansonsten gings gestern aber, immer eben weg, mal ein paar mehr, aber keine zugelaufene Aufnahme. Eine Patientin auf Station fing an Gedichte zu rezitieren als ich ihr ne Flexüle legte, politisch angehauchte Gedichte. Das Aua vom Pieksen wirkte wie geplant eingebettet. Und ich habe einen total netten Chirurgen kennengelernt. Tatsächlich, sowas gibts. Der hat mir nachher sogar ein EKG zum Auswerten gebracht und es war richtig niedlich, wie er fragte, ob ich da raufgucken könnte. :-) Ein anderer diensthabender Chirurg war auch nett (Gibt da Kategorien: total nett - nett - umgänglich - nicht zugebrauchen - Chirurg mit Pornobärtchen) und bedankte sich, dass ich mal so eben ne Flexüle bei einer chirurgischen Notaufnahmepatientin gelegt habe und sie erstversorgt habe, weil kein Chirurg greifbar war. Gott, ich muss gestern einen netten Tag gehabt haben.
Ciao, der Kakao und die Kekse warten im Wohnzimmer.
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