China-Reise

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Des Rätsels Lösung

Posted on 3.10.2006 at 02:02 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Quiz Nr. 1

  1. One inch of silverware shops of family
    -> Allerlei Silber-Ware von Teekrug bis Ohrring
  2. Chang Zheng five metals machinery electrical building material supplying station
    -> Wissen wir nicht war leider geschlossen
  3. Chun Yu old duck soup
    -> Restaurant mit nicht besonders appetitlich aussehendem Fleisch in der Auslage
  4. The smooth video disc is paved
    -> DVD's, CD's und VCD's
  5. Revitalize one henry uf department stores in weather
    -> Hauptsächlich Kleider, Kocher und Taschen
  6. Obey and reach the general merchandise
    -> Plastik-Plachen, Kochtöpfe, Jacken, Taschen, Teppiche und ähliches
  7. Colorful gold and silver or wind
    -> Schmuck-Geschäft
  8. The satisfactory general merchandise is paved
    -> Allerlei-Laden im Sinn von Otto's Warenpost
  9. The northern snack is in order to come again
    -> Restaurant
  10. Repaire the tractor precisly
    -> Landmaschinen-Mech

 

 

Quiz Nr. 2

 

Die 5 falschen Menus:

  1. French Fries with Ketchup
  2. French Fries with out Ketchup
  3. Hot dog Sichuan style
  4. Snake tail
  5. Strange tasting horsebeans

Zurueck in Kunming...

Posted on 22.08.2006 at 07:08 - 1 Kommentare - Post Comment - Link

Von Kunming aus machen wir noch einen Ausflug in den beruehmten Shilin-Steinwald. Auch hier ist die Touristenschwaemme unglaublich. Wir finden aber eine Menge kleine zum Teil inoffizielle Pfade, auf denen man ueber und unter den faszinierenden Steinformationen durchklettern kann, machen uns einen Spass daraus in dieser Maerchenwelt Golum zu spielen und erschrecken versehentlich einige Chinesen, wenn wir bei Gegenverkehr nicht rechtzeitig aufhoeren "My precious" zu zischen...

 

Am letzten gemeinsamen Abend gehen wir dann nochmals ganz ganz ganz fett essen (volle 3.5SFR/Person): Hier gibts eine Menge gruen gekleidete Servierduesen, weisse Platzanweiser, gelbe Koeche, braune Masseure, von denen man sich beim essen die Schultern durchkneten lassen kann und vor allem rote Tee-Einschenker, die einen Krug mit einem 1m langen Hals haben und damit die Tasse auch von 1,3m Distanz zielsicher treffen. Zur Unterhaltung gibts auf der Buehne ein richtiges Zirkusprogramm mit Taenzern, Saengern, Schlangenfrauen und Akrobaten. Wir wissen gar nicht, wo wir hinschauen sollen und kommen fast nicht dazu das feine Essen zu geniessen... 

 

Die Faszination der Chinesischen Sprache hat in den letzten 6 Wochen kein Bisschen abgenommen, im Gegenteil. Wir organisieren uns deshalb eine nette chinesische Studentin, die uns in den letzten 2 Tagen vor dem Rueckflug mit viel Ausdauer die korrekte Aussprache einiger Woerter und Saetze beizubringen versucht. Ihr seht, wir hoffen beide, dass dies nicht unser letzter China-Aufentalt war...

 

Liebe Gruesse aus dem Land, wo die Nachtwaechter in der Bank Fangis spielen um sich die Zeit zu vertreiben,

Petra

 

PS: Bin morgen dank einer Flugverschiebung bereits um 09.20 wieder zurueck und moechte am Abend eigentlich ins Training, damit ich vor der Schweizermeisterschaft zumindest einmal auf einem Rettungsbrett gelegen habe... Ich hoffe es ist sonst noch jemand da!?

 

PPS: Achtung wichtig!!! Bitte lest das: http://fabiansblog.tunnelblick.ch/?p=78 ...und leitet es an mindestens 14 Topmodels weiter, sonst...

(Nettes, reisendes, nach Lama stinkendes UWR-Gspaendli sucht WG in Luzern)

 

 


Quiz Nr. 2

Posted on 22.08.2006 at 07:08 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Liebe Blog-Leser,

Zu guter letzt gibts noch eine weitere Chance eine Einladung fuers Momo-Essen zu gewinnen. In einigen Restaurants gibts sogar eine englische Speisekarte. Eine solche haben wir in Litang abgeschrieben und noch 5 Phantasie-Menus hinzugefuegt, die auf der Karte NICHT zu finden waren. Eure Aufgabe besteht nun darin die 5 falschen Menus zu finden:

  1. Alkaline, soilbeef
  2. Alkaline soil pig'shead stomach tongileor
  3. Cold ad dressed withsauce pigs heart
  4. Beer with dack
  5. A mixture
  6. Elbow with chili
  7. Albows with out chili
  8. Pig's hoof with pickled cabbage sauerkraut ressembllng
  9. Pickles with bees
  10. French Fries with Ketchup
  11. French Fries with out Ketchup
  12. Elbow with fish's fragrane
  13. Fhe large intestine
  14. Pig's ear salad
  15. Balsam pear with pork
  16. Diced mead
  17. Hot dog Sichuan style
  18. Garlic bolt with pork
  19. Fish's fragnance with eggplant
  20. Snake tail
  21. White grond
  22. Kalp soup
  23. Fried bamboo silkworm
  24. Fried baby bees
  25. Pick cabbage ressembling sauerkraut with pork
  26. Broad been
  27. Sagar with tomato canlifloner
  28. including melon
  29. Strange tasting horsebeans
  30. to mix with cucuimber Peanut

Antworten bitte bis zum 31. August als Comment posten und euren Namen nicht vergessen! Die Gewinner werden auf dieser Page bekannt gegeben! 

 

Viel Glueck,

Sonja und Petra


Von kulinarischen Highlights und Touristen in freier Wildbahn

Posted on 14.08.2006 at 05:28 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Ich werde hier noch zur Fruehaufsteherin! Morgens um 04.45 klingelt der Wecker und wenig spaeter sitzen wir im Bus zum Huanglong National Reserve. Der Eintritt ist horrend und man kommt sich vor wie im Diseyland. Die Limestone Terrassen sind aber wirklich eindruecklich und ausserdem kann man hier chinesische Touristen in freier Wildbahn beobachten, wie sich vor jedem der unzaehligen Wasserfaelle und Pools in Fotopose werfen, mal mit und mal ohne Grossmutter, und dann etwas Sauerstoff schniefen um schnellst moeglich zum naechsten Fotospot weiterzueilen...

 

 

Als uns jemand gesagt hatte "You have to come back the same day anyway: You can't afford a hotel there!", hatten wir uns das irgendwie einfacher vorgestellt. 5 Stunden lang suchen wir vergeblich nach einer Ruecktransportmoegelichkeit, aber es sieht aussichtslos aus: Ueberall nur Cars von organisierten Touren, Linienbusse gibts erst morgen wieder und Privat-Autos sind alle vorbildlich bis zum letzten Platz besetzt. Zum Glueck schlaegt uns dann eine Reiseleiterin vor, mit ihrer Reisegruppe bis in die naechste Stadt mitzukommen. Brav lassen wir uns dafuer mit jedem einzelnen der hell begeisterten Gruppe ablichten und beantworten geduldig Fragen wie "What is your favourite popstar?", die im Viertelstundentakt geflogen kommen. Jedenfalls sind alle Fan von uns und als wir 1.5h spaeter unter Beifall aus dem Car steigen, wollen sie nicht mal das vereinbarte Geld annehmen...

 

Ein weiteres Highlight in Songpan ist der Massage-Salon. Ich bin begeistert von den Massagen und Sonja vom huebschen tibetischen Masseur. Grund genug, das ganze Programm von medizinischer chinesischer, ueber tibetische bis hin zur Fussmassage durchzuprobieren...

 

Leider geht es Sonjas Auge wieder schlechter und als sie in einer Nacht vor Schmerzen nicht mehr schlafen kann beschliessen wir am naechsten Morgen den Bus nach Chengdu zu nehmen. Waehrend der 8-stuendigen Busfahrt bessert das Auge aber zum Glueck wieder und als uns Veronika bei der Uni in Chengdu empfaengt geht es Sonja schon wieder ziemich gut. Veronika ist eine Kollegin von Stefi (die wir von der Sprachschule in Vancouver kennen). Sie kam mit der Transsib nach China und lernt waehrend der naechsten 2 Monate in Chengdu chinesisch. Ihre kommt Wohnung uns vor wie eine kleine Oase. So eine Art "zu Hause" ist manchmal  viel wert, und wenn es nur fuer ein paar Tage ist... 

 

Die Uni ist eigentlich eine kleine Stadt. Es gibt eine Einkaufsstrasse mit allerlei shops, eine Menge Restaurants und sogar ein Uni-eigenes Spital... In einer Kraeuter-Apotheke lassen wir Sonjas Auge begutachten und kaufen schliesslich neue Augentropfen fuer ganze 10 Rappen... Apotheken sind hier sowieso sehr spannend es gibt nicht nur jede Menge Krauter und Wurzeln zu kaufen, sondern auch getrocknete Schlangen und Flugechsen.

 

Sichuan ist bekannt fuer seine Kueche, also probieren wir allerlei typische Menus aus und verstossen dabei - wie schon so oft - gegen alle moeglichen Essen-im-Aussland-Regeln.

Die beiden stecken einfach alles in den Mund was in den vielen kleinen Schalen und Schuesseln serviert wird und sogar mich bringen sie dazu in einen gumigen Huehnerfuss reinzubeissen *boeks*. Runter kriege ich ihn aber nicht!

Bei der chinesischen Version von Fondue huepft Veronika vor Schreck mitsamt Stuhl einen Meter vom Tisch weg, denn dass in der Trueben Suppe ploetzlich ein Karpfen auftaucht haette sie nicht erwartet ;-)

 

Nachdem wir in einem Breeding Center im Wolong National Park auch noch den Panda bewurdert haben, nehmen wir dann den Zug nach Kunming. Vielen Dank Veronika, dass du uns rechtzeitig zwei der begehrten Tickets gesichert hast!!!

 

 

Gruss aus dem Land, wo jeder einen Sonnenschirm-Halter auf dem Velo montiert hat, um nicht allzu braun zu werden,

Petra

 


Campingferien nach Sichuan Style

Posted on 12.08.2006 at 01:07 - 2 Kommentare - Post Comment - Link

Zusammen mit rund 40 Pferden und halbsovielen Touristen stehen wir vor dem Horse Trekking Office parat. Ueberall wird fleissig gepackt: Jemand bringt einen bluttriefenden Schafskopf und ein Guide packt irgendwelche Innereien in einen Plasticksack; ein anderes Schaf wird gleich lebendig in eine Satteltasche gesteckt und als ein kuscheliges Hundefell auf ein Pferd gebunden wird beginnt Sonja zu wimmern.

 

Schliesslich deuten uns zwei Guides mitzukommen und bald darauf sitze ich zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Gaul. Mit 5 PS (Matschiu und sein Vater, wir beide + ein Gepaeck-Pferd) ziehen wir los. Mein Mauleselchen ist topfit und klettert der Gruppe voran die zum Teil fast senkrechten Haenge hinauf. Die Steuerung von diesem - in China immernoch ueblichen - Verkehrsmittel habe ich bald raus, aber wie man das Ding anhaelt, weiss ich bis am Abend nicht. Mit dem Mauli mache ich dann auch schon meine erste Versuche in Sachen Springreiten: Als wir einen ca. 50cm breiten Wassergraben ueberqueren, nimmt er kurzerhand einen grossen Satz anstatt wie die anderen Pferde brav einen Fuss um den andern darueber zu setzen. Ein andermal steige ich ungeschickt ab und bleibe mit dem Fuss im Steigbuegel haengen. Das Mistbiest erschrickt und laeuft los. Ich huepfe hinterher, falle schliesslich hin und verstauche mir dabei auch noch das Handgelenk! Super! Ihr seht, ich bin wie gemacht fuer Reitferien...

 

Schon im frueheren Nachmittag kommen wir auf unserem Camp an. Um die beiden "Zelte" aufzustellen muessen schon mal ein paar Baeume gefaellt werden. Zeltstangen werden keine mitgebracht und die Unterkunft der beiden Guides besteht gerade mal aus einer Baupalche. Auf dem offenen Feuer werden dann die bessten Mahlzeiten hingezaubert. Sonja und ich staunen nur so. Dafuer staunt Matschiu, als wir erzehlen, in der Schweiz koche man ohne Feuer. "Aha, mit Gasflasche und Feuerzeug?" - ein Elektroherd geht wohl ueber sein Vorstellungsvermoegen. Dafuer leiht er sich ab und zu meinen Ipod aus. Sowas kennt er schon und weiss, dass die Musik von Internet in das kleine Geraet rein fliesst und dann zum Kopfhoerer-Kabel wieder raus.

Im Gegenzug laesst er es sich aber nicht nehmen eigenhaendig mit kleinen Zweigen, Pferdedecken und warmen Schafsmaenteln unser Bett herzurichten. Und tatsaechlich schlafen wir bequemer als in so manchem Hotel. Am ersten Abend fragt Sonja, ob es hier auch so giftige Schlangen gaebe, wie im Wu Wei Tempel. Ich verneine und ziehe meinen Schlafsack ganz fest zu.

 

Noch bevor wir am Morgen die Nasen aus dem Zelt strecken wird drausen emsig Feuer gemacht, Kuerbis gekocht und frisches Brot gebacken. Fuer Sonja das erste seit bald 4 Monaten. Haette sie nicht schon am Boden gesessen, waere sie wohl hingefallen! Fuer das Nachtessen wird gut und gerne auch mal gegen 3 Stunden gekocht und gekoechelt. Das Resultat faellt dann auch dem entsprechend aus! Hier gibts zwar noch keinen gefriergetrockneten Trekking Food, aber dafuer werden die Nudeln frisch und von Hand gemacht. Mmmmm!

Fuer das Lagerfeuer am Abend muessen dann noch ein paar weitere Baeume dran glauben...

 

Am naechsten Tag kriege ich dann ein etwas weniger Temperamentvolles Pferdchen. Bei ihm ist dafuer etwas mehr Ueberzeugungskraft gefordert, wenn es bergauf geht...

Bei unerbittlich brennender Sonne reiten wir durch gruene Taeler, ueber kleine Paesse, vorbei an abgelegenen Yak-Farmen und durchwaten kleinere und goessere Fluesse. Wir machen viel Hoehe, der Weg ist schwierig und auch die Pferde haben Muehe die steilen Wege hoch zu klettern. Schwierige Abstiege machen wir zu Fuss, eine willkommene Abwechslung.

 

Am dritte Tag reiten wir ohne Gepaeck den letzten steilen Aufstieg hinauf auf 4300m, von wo wir den Gletscher des originell getauften "Ice Mountain" sehen koennen. Zu Fuss klettern Sonja und ich weitere 300m hinauf zu einem huebschen Bergsee, waehrend Matschiu mit den Pferden auf uns wartet und probiert ein Murmeltier zu fangen. Er kriegt aber keines und das Nachtessen faellt einmal mehr sympatisch vegetarisch aus.

 

Am Naechsten Morgen fehlt eines der Pferde. Sie werden jeweils am Abend frei gelassen und kommen dann am Morgen zurueck wenn sie gerufen werden und Lust auf Bohnen zum Fruehstueck haben. Diesmal ist das juengste aber etwas zu weit durch die Waelder gestreift. Wuetend gibt ihm Matschius Vater aufs Dach, als wir mit einer Stunde Verspaetung losreiten. Dafuer reiten wir heute etwas schneller, was mir natuerlich gefaellt.

Als wir in der Morgensonne ueber die schmalen Wege traben und die Sicht ins malerische Tal geniessen komme ich mir schon ein bisschen vor wie in einer zu kitschig geratenen Marlboro Werbung... Ganz unanstrengend ist so ein Tag im Sattel aber auch nicht und wir werden uns heute Abend wohl mal eine chinesische Massage rein ziehen um die maltretierte Oberschenkel- und Rueckenmuskulatur wieder zu entspannen *freu*

 

Liebe Gruesse aus dem Marlboro Country

Petra

 

PS: Ich weiss nicht was es ist, aber irgedwie habe ich das Gefuehl, Sonja habe sich in letzter Zeit etwas veraendert:

 

Ob uns die Hoehenluft wirklich so gut bekommt?!

 


Grosse Distanzen und kleine Erlebnisse

Posted on 12.08.2006 at 11:13 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Das glaube ich ja nicht! Da wagt es doch tatsaechlich irgend so ein Idiot meine lieblings Trekkinghose von der Waescheleine zu klauen! Dass man uns das Natel stielt verstehe ich ja noch, aber meine Hose... Das ist nicht fair!

 

In Kanding gehen wir mit einem zwaegen Beijing-Chinesen essen. Am vor dem Abschied meint er dann "I'm a bit worried about your language!" und schreibt uns eine ganze A4-Seite mit Sichuan-Spezialitaeten voll, so dass wir von nun an im Restaurant nur noch auf das gewuenschte Menu zeigen muessen. Tip top (und meist ziemlich spicy)!

 

Am naechten Tag schauen uns drei Kloester an, duesen dann direkt nach Chengdu und lassen dabei Touristenmagnete wie Emei- und Gogga Shan links liegen. Da angekommen quartieren wir uns in der Jugi unses Lebens ein: An jeder Ecke hats nettes englischsprechendes Personal, das einem zum klimatisierten und vor Sauberkeit glaenzenden Zimmer begleitet und souveraen alle erdenkliche Fragen beantwortet. Der ganze Service hat aber auch seinen Preis: Wir bezehlen ganze 5SFR fuer die Uebernachtung :-)

 

Ausserdem gibts hier ein richtiges westliches WC, worin man sogar durch die Nase atmen kann, ohne gleich tot umzufallen! Ansonsten waeren naemlich ausnamslos alle chinesischen WCs einen Grund mit Rauchen anzufangen. Zitate aus dem Lonely Planet: "Hypervetilate before tackling toilets or go in with a strong cigarette (eg Temple of Heaven brand)" oder "Travellers relate toilet tales to eachother like comaring old war wounds." - das sind KEINE Maechen!

 

Um 06.15 werden wir (mit nigelnagelneuer Hose) in der Lobby von unserem Driver abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Dort organisiert er unser Ticket, fragt ob wir noch Wasser kaufen wollen und zeigt uns im Bus sogar auf welche Plaetze wir uns zu setzen haben. Erst jetzt merken wir, wie gemuetlich das Reisen eigentlich waere, wenn man sich nicht dauernd mit Haenden, Fuessen und Ellbogen durchschlagen muesste.

 

Nach 5 Wohen Reisezeit weiss ich nun, dass sich Sonjas Laune folgendermassen approximiert werden kann:

Laune = Food * Uhrzeit / (Raucher im Bus * Regen * 5Uhr-Gong * Schnarcher) * e^(-Temperatur*Luftfeuchtigkeit); bei etwa 35 Grad und praktisch fluessiger Luft liegt die Stimmung also doch schon einiges unter dem Gefrierpunkt steigt mit zunehmender Hoehe ueber Meer und abnehmender Temperatur aber rasant an!

 

Liebs Gruessli aus dem Land wo der PC ploetzlich abstellt, wenn man eine chinesisch-getextete Message-Box einfach wegklickt, worauf man den Blog von Neuem schreiben darf

Petra

 


Quiz Nr. 1

Posted on 6.08.2006 at 09:08 - 3 Kommentare - Post Comment - Link

Liebe Blog-Leser!

 

Die im folgenden angegebenen Shop-Namen haben wir alle in einer Strasse in Daocheng gefunden (Rechtschreibfehler liegen fuer einmal nicht auf unserer Seite) und jetzt gehts darum herauszufinden, was es in den verschiednen Shops zu kaufen gibt:

 

1. One inch of silverware shops of family

2. Chang Zheng five metals machinery electrical building material supplying station

3. Chun Yu old duck soup

4. The smooth video disc is paved

5. Revitalize one henry uf department stores in weather

6. Obey and reach the general merchandise

7. Colorful gold and silver or wind

8. The satisfactory general merchandise is paved

9. The northern snack is in order to come again

10. Repaire the tractor precisly

 

Zu gewinnen gibts eine Einladung zu einem Momo-Znacht und Einsendeschluss ist 22. August! Antworten bitte als Comment bei diesem Eintrag anhaengen (ganz oben: Post Comment)!

 

Gruessli vo Sonja ond Petra


Im wilden Westen Chinas

Posted on 6.08.2006 at 08:10 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Sollte in Asien irgendwann ein Western gedreht werden, so muesste dies in Litang geschehen! Sogar eine Amerikanerin meint begeistert "These are the REAL Cowboys!", als sie vom Horse Festial zurueck kommt.

 

Leider haben wir gerade den letzten Wettkampf des mehrtaegigen Festivals verpasst, machen uns aber nichts desto trotz auf den Weg zum Gelaende. Auf dem Weg fragen jenste Leute, ob sie uns auf ihren Gefaehrten mitnehmen koennten, aber wir haben vor, die paar km ueber die riesige Grasebene zu Fuss zurueckzulegen. Als ein Gewitter aufzieht und die ersten Blitze vom Himmel donnern, lassen wir uns dann aber doch von einem Motorradfahrer aufladen und flitzen zu dritt (damit ist ein chinesisches Motorrad immernoch eher unterbeladen) zuerst an Yaks und dann an Zeltschnueren vorbei: Nur fliegen ist schoenner!

 

Natuerlich werden wir in sein Zelt eingeladen. Alarmstufe Rot: hoechste Butter-Tee- und Tsampa Gefahr! Wir lehnen hoeflich ab und kriegen Orangina vorgesetzt und Aepfel angeboten *aufschnauf*. Das Zelt ist nicht nur mit einem Sofa und diversen Moebeln, sondern auch mit einer Stereoanlage und einem kleinen Haustempel ausgestattet. Ausserdem nehem die Tibeter zum Campen auch den Grossvater mit: Er kriegt von der Welt wohl nicht mehr allzuviel mit, sitzt in seinem Sessel und sabbert happy vor sich hin.

Sobald das Wetter wieder besser ist machen wir eine Runde auf dem Festival-Gelaende. Es ist eine riesen Zelt-Stadt mit ausgelassener Openair-Stimmung. Es gibt Beizen, Shops und natuerlich auch Billard-Tische. Vorne auf der Wiese treffen sich Maenner und Moenche mit ihren Pferden zum Kaffeekranz. Ausserdem wirft sich zu diesem Event jedermann/frau in Schale, sprich in die farbigen Trachten. Manchmal kommen wir uns schon fast vor, wie an der Luzerner Fasnacht.

 

Ich bin von diesem Volk der "Steppen-Tibeter" stark beeindruckt. Wenn du dir einen davon vorstellen willst,  beginnst du am besten mit einem Indianer nach Carl May - Stil: Grossgewachsen, mit langen schwarzen Haaren und stolzem Blick. Nun kommt die die Feder weg und dafuer ein farbiger Kopfschmuck aus Stoff und Fell hin. Zur dunklen Haut kommen noch schmale Augen (nicht ganz so klein, wie die der Han-Chinesen) und hohe Wangenknochen. In der Hand haelt er sein wildes, ungesatteltes Pferd, das erschrickt und sich aufbaeumt, sobald ihm ein Fremder zu nahe kommt. Und fertig ist der Cowboy Asiens!

 

Am Anfang sind wir nicht sicher, ob wir die Leute nerven, wenn wir fotografieren. Aber sie werfen sich ganz gern in Pose und noch lieber schauen sie sich das Bild anschliessend auf dem Display an. Als Sonja das zahnlose Laecheln eines Opas fotografiert, und ihm anschliessend die Kamera zum durchgucken gibt, kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und wenn sie  etwas spaeter einen kleinen Jungen fotografiert, springt eine aeltere Frau auf und ruft uns energisch etwas zu. Sonja meint schon "Uuuu, die hed oeppe ned freud, dasi ere chli abglichtet ha!", aber die Frau deutet sie wolle ebenfalls fotografiert werden, ruft noch die Tochter und als ich ihr das Familien-Foto auf dem Display zeige, strahlt sie zufrieden.

 

Am Abend wandern wir dann ueber die 4000m hoch gelegene Steppe zurueck zur Stadt und legen mitten in der Ebene mal wieder einige Kung Fu uebungen ein. Es ist kaum ein paar Wochen her und schon haben wir Muehe uns genau an die Bewegungsablaeufe zu erinnern.

 

Die Leute hier sind uebrigens sehr gewundrig. Es kommt ab und zu vor, dass sich jemand einen halben Meter vor uns hinstellt und uns mal ganz genau betrachtet (und das nicht etwa diskret). Wenn wir nicht weglaufen (z.B. weil wir gerade im Restaurant am essen sind), kann das gut und gerne auch 10min oder gar eine halbe Stunde dauern. Wenn wir gruessen, gruesst er/sie zurueck und starrt uns weiter an. Als wir einmal bei einer Art Beckerei einkaufen, werden wir ploetzlich von etwa 8 Jungen Maennern umringt. Etwas unsicher, nehmen wir Rucksack und Wertsachen etwas naeher zu uns, aber sie wollen uns nur genau anschauen, nicht mehr und nicht weniger. Danach gehen sie wieder...

 

Lieber Gruss

Petra

 

PS: Laut Lonely Planet gibts in Litang in keinem einzigen Hotel warmes Wasser. In unserem gibts nicht mal kaltes, aber dafuer Facilities fuer eine waschechte Katzenwaesche:


Namen, Berge, duenne und dicke Luft

Posted on 4.08.2006 at 06:50 - 2 Kommentare - Post Comment - Link

Da es keine offizielle Busse nach Yading gibt, stellen wir uns einfach zur Busankunftszeit mal an die Haltestelle und schauen, was da sonst noch so alles aufkreuzt... und sieh an, unter anderem ist da auch ein Guide (english name: Polar Bear) zu finden, der behauptet, er haette noch 4 Leute, die in die gleiche Richtung wollen. Wir machen fuer ming-tian, 8'oclock ab und mit fast schweizerischer Puenktlichkeit holt er uns um 07.55 beim Treffpunkt ab. Leider sind 2 seiner Leute krank, aber das macht nix. Wir suchen einfach 2 neue.

 

Bis jetzt hatten wir beim Hostel-CheckIn jeweils das Feld "Chinese Name" frei gelassen. Auf der lustigen Minibusfahrt werden wir nun aber hochoffiziell auf die Namen Shi tou und Mei xiang getauft. Das ist hier so ueblich und auch sinnvoll, finde ich, denn es erleichtert es den Chinesen, die Namen der Westler zu behalten und umgekehrt. Auch einige Kids des Pronouciation-Wettbewerbs in Lijiang hatten uns darum gebeten ihnen english names zu geben.

Shi Tou heisst Stein/Fels (wie auch Petra), aber auch solid, tought und strong heart. Der Bear (er erinnert mich extrem an Susumu ) legt jedenfalls den Kopf schraeg und meint, doch doch, der Name passe gut zu mir. Als Vornamen kriege ich gleich seinen vererbt: Dang (ein ueblicher Name ohne Bedeutung).

Sonja kriegt ihren Namen von einem Beijinger verpasst. Ein ander Chinese, den wir spaeter in Kanding treffen, findet diesen allerdings nicht gut und tauft sie kurzerhand auf Mo Li (=Jasmin) um.

 

Natuerlich muss auch fuer den Nationalpark Eintritt bezahlt werden und zwar deftig. In solchen Faellen mache ich jeweils von meinem Studentenausweis uns Sonja von ihrem jetzt-dann-bald-Studentin-Ausweis (Krankenversicherungskarte) gebrauch. Diesmal ist die Dame am Schalter mit Sonjas Ausweis aber ueberhaupt nicht zufrieden. Natuerlich kann sie nix lesen, aber das Problem besteht darin dass auf dem Ausweis kein Foto drauf ist! Zum Glueck macht nicht nur der Bear sondern gleich die ganze Schlange hiner uns Aufstand bis wir schlussendlich doch unser Student-Ticket zum halben Preis kriegen.

 

Wir haben uns wirklich alle Muehe gegeben, eine Landkarte, sowie einige aktuelle Infos zur kleinen Kora (Wanderzeit, Unterkuenfte, Verpflegung) aufzutreiben aber schlussendlich ist dies die beste Karte, die wir kriegen koennen:

Bild: Die drei Steine stellen die drei heiligen Berge dar...

 

Der lustige Tibeter, der sie fuer uns in den Sand zeichnet, erklaert uns ausserdem, dass es wirklich nur ein Kloster beim Parkeingang und eine Zelt-Lodge etwa 3h weiter im Park gaebe. Aber den restlichen Weg um den Berg herum koennten wir auch an einem Tag bewaeltigen. Als Sonja ihn entgeistert anstarrt und findet "Schliiiifts!? Treisch mi de weni noemme mag?" (alles in Zeichensprache versteht sich), macht er gleich Anstallten sie auf die Schultern zu laden...

Unten in Yading angekommen, nimmt er uns dann mit nach Hause, denn wir sind hungrig und seine Famile fuehrt ein kleines Restaurant. Wir sind uns zwar bewusst, dass wir uns damit ins Buttertee-Gefahren-Gebiet wagen, aber sein Yak ist gut und er stellt uns auch gleich einigen Chinesen vor, die ebenfalls den Chenresig umrunden wollen (Kora).

Bild: Chenresig, den wir umrunden (kleine Kora), was bei den Tibetern etwa 300'000'000 Gebeten entspricht. Nicht schlecht, oder?!

 

Wenig spaeter wandern wir durch Flechtenbewachsenen Maerchenwald und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als einer um den andern, die drei heiligen Schneeberge in unser Blickfeld ruecken. Diesmal probieren wir gar nicht erst Ausdruecke zu finden, sind uns aber einig: Wenn die Entscheidung bei uns gelaegen  waere, wir haetten die Dinger auch heilig gesprochen ;-)

Bild: Jampelyang, von dem wir uns schon in den Kopf gesetzt hatten ihn zu sehen, bevor wir auch nur eine Ahnung hatten, wo er steht.

 

In der Tent-Lodge fragen uns die Chinesen, ob wir uns am naechsten Morgen zusammen auf den Weg machen wollen und organisieren fuer uns ein Gepaeck-Ross mit Fuehrer. Sie scheinen in der Hoehe quitsch fidel zu sein. Ob das wohl an den Tabletten, die sie schlucken oder am Sauerstoff aus der Dose liegt?! Ich hingegen habe meinen zweiten Hangover und schon bevor es dunkel wird liege ich im Zelt und stelle micht tot.

Um 05.15 klingelt unser Wecker. Wir stuerzen uns in die Wanderschuhe, laden den Rucksack auf unser Roesslein und wuergen den Rest der Nudeln runter, die schon am Vorabend in warmem Zustand scheusslich geschmeckt hatten. Das Tempo, das die Guides anschlagen ist hoch und die Luft duenn. Beim Aufstieg zum Milk Lake, fuehlen wir uns wie Fische am trockenen. Ausserdem rauben einem nicht nur die Hoehenmeter, sondern auch die Sicht in die Berge den Atem.

 

Als wir auf allen Vieren, den fast senkrechten Abhang zum Five Color Lake hoch klettern, fuehle ich mich dauerhaft, wie beim Auftauchen nach einem UWR-Zweikampf, 10cm unter der Wasseroberflaeche. Ich kann genau 3 Schritte machen, dann spuehre ich, wie Arme und Beine schlapp werden, da der Koerper den Sauerstoff fuer Gehirn und Herz aufspart. 2 weitere Schritte und der Sauerstoff reicht nicht mal mehr dafuer; mir wird schwindelig und ich muss kurz stehen bleiben. Dann die naechsten 3 Schritte... Von nun an bewundere ich jeden, der ohne Sauerstoff den Mt. Everest besteigt!

Bild: Five Color Lake

 

Insgesamt sind wir 10h unterwegs, sehen diverse, meist unbewohnte Taeler, ueber 6000m hohe Berge und ueberqueren zwei paesse. Der hoechste davon ist scheatzungsweise 5300m hoch:

 

Fix und fox und immernoch verzaubert von der Landschft, kommen wir schliesslich wieder in Yading an. Ein Gewitter zieht auf und wir sind froh, dass wir sofort ein Minibus nach Daocheng finden. Irgendwie komme ich mir wie im falschen Film vor, als sich Sonja mit einem Chinesen auf Russisch unterhaelt, waehrend wir ueber die mit Schnee-Hagel weiss bedeckte Strasse brausen...

 

Schonwieder klingelt der Wecker um 05.00 Uhr. Obwohl wir kein Ticket haben wollen wir auf den Bus nach Litang. Leider ist er voll und wir muessen mal wieder mit einem Minibus vorlieb nehmen. Waehrend wir auf weitere Fahrgaeste warten mampfen wir einige Momos zum Fuehstuck. Ein schon um diese Zeit stock betrunkener Tibeter, will uns Geld geben. Wir geben es ihm energisch zurueck. Er scheint nicht gerade befreundet zu sein mit unserem Bus-Chauffeur. Knapp bevor die Faeuste fliegen machen wir uns klein. Schliesslich sitzen wir alle eingequetscht im Minibus, nur der Fahrer scheint noch nicht so ganz entschlossen zu sein. Dann kommt der Betrunkene wieder zum Bus und jetzt geht alles schnell: Die Fahrgaetse springen wieder aus dem Minibus raus, schotten den Fahrer vom Betrunkenen ab, setzen ihn fast gewaltsam auf den Fuehrersitz, schliessen seine Tuer, setzen sich wieder in den Bus und beten, er moege doch abfahren. Gaaanz langsam fahert er schliesslich an und als sich der Chinese neben uns erleichtert in den Sitz fallen laest und sein Gesicht in den Haenden vergraebt fragen wir ihn, was denn der Grund der ganzen Aufregung sei. Da erlaert er uns, unser Fahrer haette ein 30cm-Messer dabei und wolle den andern umbringen. Nun sind auch wir muxmaeuschen still, als wir etwa doppelt so schnell, wie es uns lieb ist, dem Sonnenaufgang entgegen brausen....

 

Gruss aus dem Land, wo es Sauerstoff in Dosen zu kaufen gibt,

Shi tou

 


Im Land von Yaks und Tibeter

Posted on 4.08.2006 at 05:52 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Auf dem Weg nach Zhondiang unterhalten wir mal wieder den halben Bus und als Sonja gackert und mit den Fluegeln flappt, um das chinesische Wort fuer "Chicken" heauszukriegen, muss sogar der Chauffeur lachen. Dafuer kriegen wir von den anderen Reisegaesten auch wieder geschaelte Aepfel geschenkt.

Dormitorys sind in china mit 2.50SFR pro Bett nicht nur guenstig und sauber, sondern auch eine unverzichtbare Informationsquelle. Teilen wir unseren Schlag aber mit einem Kampfschnarcher, so hegt Sonja ploezlich Mordgedanken. Zweimal weckt sie ihn auf und zischt ihn an, er solle endlich ruhig sein, aber er ist wohl der einzige im Schlag, der wirklich gut schaeft.

Abgesehen von den Schnarchern gibts hier auch Yaks in allen Groessen und formen: Auf der Wiese, im Suppentopf und sogar als Staubwedel. Desweiteren hats eine Menge Israelische Backpacker, die sich vor dem Militaer druecken, denn wenn sie im Aussland sind, muessen sie nicht einruecken. Eine gute Alternative, finde ich!

Wir schauen uns ein altes Kloster an und es sieht genau so aus wie man sich so ein Tibetisches Kloster halt vorstellt: Mit glaceessenden Moenchen in roten Gewaendern, Goldenem Dach und einem grossen Gong!

 

Ansonsten gibts in Shangri-La, dem "Ort der Glueckseeligkeit", nicht so viel, das uns haelt und wir rattern deshalb waehrend 12 Stunden weiter nach Daocheng. Die Paesse sind hoch, die Schlagloecher tief und die Landschaft genial. Einmal muessen wir mit vereinten Kraeften einen steckengebliebenen Minibus aus dem Schlamm ziehen, bevor unser Bus vorbei kann. Dass ich ein grosser Fan der Spezies der Fotografen bin, wisst ihr ja schon, und auch diesmal bin ich froh, ein Exemplar der chinesischen Dauerclicker an Board zu haben, der den Chauffeur dazu bringt zumindest ab und zu mal eine kurze Photo/Pinkel-Pause einzulegen. Ipod sei dank ueberleben wir die endlose Schuettelbuechse und kommen fix und fox in Daocheng an.

Laut Lonely Planet sind 96% der Einwohner von Daocheng Tibeter. Dies erkennt man nicht nur an der Kleidung der Leute und dem dunkleren Teint, sondern auch an Armut und Alkoholkonsum. :-(

 

Heute habe ich den Hangover meines Lebens! Nein, das liegt nicht am Schnaps, den sie mich nicht haben in die schweizer RS schicken lassen (der ist immernoch in meinem Rucksack), sondern an der Hoehe. Es scheint zwar, dass niemand so genau weiss, wie hoch dieses Kaff liegt, aber ich glaube es ist hoch: Die Landschaft ist islandmaessig schoen und baumlos, die Chips-Packungen sind aufgeblasen wie Ballone oder schon geplatzt und mein Kopf fuehlt sich an, als wuerde er es bald den Chipspackungen gleichtun. Sonja gehts nicht viel besser: Sie ist meist auf der Toilette, im Bett oder irgendwo dazwischen anzutreffen und hat sich ausserdem eine Augenentzuendung eingefangen. Zum Glueck haben wir fuer sie schon am Vortag Augentropfen erstanden. Waeren da nicht noch die englischen Worte "Eye Drops" auf der Packungsbeilage zu finden, wuerde ich mich allerdings nicht getrauen, ihr die giftig-pinke Fluessigkeit ins Auge zu traeufeln. Das Teufelszeug scheint aber zu helfen, bereits am Abend gehts ihr wieder ziemlich gut und einen Tag, 10 Wasserflaschen und eine scharfe Nudelsuppe spaeter, bin dann auch ich wieder lebendig.

Am Abend kuscheln wir uns in unsere Schlafsaecke, schauen "Grief over the yellow river" auf chinesisch, sprechen die Texte selbst mit, von denen wir denken, dass sie gerade gesagt werden und verstehen sogar einige Woerter. Bei einer Szene sind wir dann ganz sicher, den naechsten Satz zu verstehen und da sagt der Idiot doch ganz plump "I love you" anstatt des erwarteten "Wo ai ni i"! Soo gemein!

 

Bei Regen watscheln wir am naechsten Tag auf einen der unzaehligen Grashuegel und finden hier sogar Edelweiss; nicht nur einige einzelne wie bei uns, sondern gleich eine ganze Wiese voll.

Zur Feier des 1. Augustes schaffen wir es dank einem zwiebelhaltigen Abendessen gerade mal auf 6 Frauenfuerze und 4 Eiserstoecke :-)

An dieser Stelle natuerlich auch noch ein grosses HAPPY BIRTHDAY an meinen lieblings Papi!

 


Lijiang und die Tiger Leaping Gorge

Posted on 27.07.2006 at 04:25 - 4 Kommentare - Post Comment - Link

Dass hier Farraeder, Rickshaws, Pferde- und Ochsenfurwerke, Lastwagen Autos und Busse aller Groessen und Geschwindigkeiten auf ein und der selben schmalen Bergstrasse verkehren fuehrt irgendwie schon noch zu so einigem Nervenkitzel... Aber auch das ist wahrscheinlich Gewoehnungssache, denn waehrend ich ein Adrenalin-Flash nach dem anderen erlebe schlaeft die indienerpropte Sonja neben mir seelenruhig.

In Lijiang, dem Venedig, Asiens verirren wir uns zuerst mal gruendich, wandern eine ganze Weile zwischen den unzaehligen Gaesschen und Fluesschen umher und sind auch in den folgenden Tagen jedesmal heilfroh, wenn wir unser Hostel wiederfinden. Die Altstadt hat (mal abgesehen von den unzaehligen Touristen) wirklich viel Charme.

 

 

 

Als erstes ist mal Informationsbeschaffung angesagt, denn von hier an versagen saemtliche Karten (hier bekommt man sowieso nur Kopien von Handzeichnungen) und Reisefuerer gaenzlich und wir sind voll und ganz auf Reiseberichte im Internet und Tipps von Einheimischen und anderen Backpackern angewiesen.

Am Abend mischen wir uns mit Shorts, triefend nassem Shirt und Teva-Sandalen unauffaellig unter die, fuer das Musical herausgputzten, Chinesen. Die Geschichte haldelt von den verschiedenen Voelkern Yunnans und deren Brauchen und die Inszenierung haut uns von den Socken (die eben nicht anhaben)! Genial und sehr kreativ! Es gibt sogar extra eine Englische Uebersetzung *freu*, obwohl wir die einzigen Westler im Saal sind!

Als um 07.00 (!) der Wecker klingelt verfluchen wir es, dass wir uns am Vorabend von einem Englisch-Lehrer haben ueberreden lassen, seinen Kids bei einem Pronunciation-Wettbewerb beizustehen und nehmen kurz darauf ein Taxi. Sofort sind wir von 15 Jungs und Maedels umringt, die uns Lieder und Gedichte vortragen und wissen wollen wie man einzelne Worter ausspricht. Wir duerfen dann auch in der 2. Reihe beim Wettbewerb zuhoeren und als wir uns dann auf den Zehenspitzen wieder auf den Weg machen, verabschieden sich nicht nur "unsere" Kids sondern der ganze Saal!

Nachdem ich Sonja nur mit Muehe und Not davon abhalten konnte auf einem Essensmarkt in Dali einen suessen Hund zu erstehen, werde ich nun von neuem gefordert: Diesmal dreht sich die Diskussion um ein 90-Rappen schweres Streiffenhoernchen, das sie in die Tiger Leaping Gorge entspringen lassen moeche :-I

 

Da die ueberaus nette Dame am Ticketschalten nicht gedenkt uns (nur wir beide, ohne Scratch!) ein Ticket zu verkaufen, chartern wir halt zusammen mit einigen anderen Touris einen Minibus zur Tiger Leaping Gorge. Hier treffen wir soviele Langnasen wie noch nie auf einem Haufen und machen uns mit zwei Englaendern und zwei deutschen Maedchen bei stroemendem Regen auf den Weg. Manchmal ist es halt doch auch witzig mit anderen Reisenden einige Erlebnisse und Storys auszutauschen. So erzaehlt z.B. Nils lebhaft, wie oft er behauptet haette, er sei ein "Hard Sleeper" (Klasse in den Chinesischen Zuegen), da er dachte dies sei das Chinesische Wort foer Englaender oder dass er nach einem Dictionary-Gespraech mit einem netten Chinesen dachte, sie wuerden nun Schuhe einkaufen gehen ("Shoe Shopping"), als er von diesem ins Bordell eingeladen wurde :-) Vielleicht hatte er einfach den falschen Ton erwischt!?

Als ich am naechsten morgen bei blendend schoenem Wetter aus dem Zimmer tappe, fuehle ich mich wie vom Schlag getroffen: Da stehen ploetzlich Berge, von denen ich mir beim gestrigen Regenwetter nicht haette traeumen lassen, dass sie dastehen! Ca. 5500m! Wow!

 

Jetzt realisieren wir auch erst die Dimension der Schlucht: Da sind wirklich 3000m zwischen Yangtse und Bergspitzen!!! Unglaublich! Ebenfalls unglaublich sind die Schmetterlinge, Planzen und Blumen am steilen Wanderweg! Mami, du warst begeistert von den mit "Marsupilami-Blumen" gespickten Kiefern-Waeldern!

 

 

Etwas weniger angetan waren wir von den Riesenkaefern (etwa so gross, wie meine Handflache), die ein Geraeusch aehnlich einer Motorsaege (auch in Sachen Lautstarke) von sich geben...

 

 

Reto, wenn du genau hinschaust, erkennst du, dass deine Origami-Voegeli sogar auf einen Trek mit duerfen, wo sonst nur Apotheke, Ersatzshirt und Zahnbuerste dabei ist!

 

Am naechsten Mittag stehen wir dann schon wieder unten an der Strasse und warten auf den Bus, welcher aber nicht kommt. Also nehmen wir halt mit dem Viehwagen vorlieb... ein Dorf weiter koennen wir dann sogar in die Fuerher-Kabine umsteigen! Yeah! Gemaess so einer hangezeichneten Karte haeten wir eine 1-stuendige Fahrt ins Flache erwartet, aber der Viehwagen tukert waehrend vollen 4 Stunden Kehre um Kehre in die Bergwelt hinein. Diesmal ist es Sonja, die Blut schwitzt, wenn wir jeweils wieder einen halben Meter am Abgurnd vorbei kurven. Wir versuchen Worter fuer die Landschaft zu finden: stunning, breathtaking, jewdropping, gnarely, tubular... aber irgendwie passt keines so ganz... 

In Bai Shui Tai schauen wir uns die Kalkterassen an und sprinten dann in die Unterkunft zurueck um unsere Kameras vor dem aufziehenden Gewitter und dem dazugehoerigen Platschregen zu retten. Desweiteren bewundern wir hier Chinas schlimmstes Klo (es ist sehr belebt) und einen Hundekopf im Kuehlschrank.

 

Am Naechsten Morgen Plaudern wir mit einem Frazosen. Er erklaert mit Inbrunst, wie geldsuchtig, egoistisch, gemein und bloed die Chinesen seien, hampelt dann eine Weile herum um der Serviertochter zu deuten, dass er den Tee bezahlen wolle und nervt sich darueber, dass er bestimmt gerade uebers Ohr gehauen wurde. Waehrentdessen bestellt Sonja auf Chinesisch in aller Ruhe zwei Teller Nudelsuppe, sagt dass sie die Chinesen eigentlich ganz nett findet und weist ihn darauf hin, dass ein Krug Tee immer um die 5 Yuan herum kostet. Ich schaue der Szene (die wir in ahnlichen Varianten schon oft erlebt haben) nur zu und schmunzle ein bisschen...

 

Die Rueckreise treten wir mit dem Minibus an. Da ein Ziege - im Gegensatz zu den Huehnern - beim besten Willen nicht mehr in den zum bersten vollgestopften Bus passt, wird sie kurzerhand aufs Dach gestellt. 6h spaeter sind wir wieder in Lijiang, machen uns einmal mehr auf die Suche nach unserem Hostel und ich freue mich endlich nach Norden weiterzureisen, um Hitze und Menschenmassen fuer eine Weile zu enkommen!

 

 

Liebe Gruesse aus Shangri-La, dem "Ort der Glueckseeligkeit"

Petra

 

PS: Oli, ich habe dier ein Fresspaeckli ins Militaer geschickt! Den Reisschnaps haben sie leider gleich auf der Post wieder rausgefischt, aber der Rest sollte eigentlich in rund 2 Wochen ankommen! Ich glaube, es ist alles geniessbar! ...obwohl... bei einem Artikel bin ich mir nicht ganz sicher, ob du ihn wirklich essen willst *grins*


KungFu im Wu Wei Tempel

Posted on 21.07.2006 at 04:39 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Fuenf tage Verbringen wir im Kloster, das ich im letzten Blogeintrag erwaehnt habe. Es befindet sich gut versteckt in bewaldeten Bergen, die auf dem Pagoden-Bild zu sehen sind; weit weg von Elektrizitaet, Fernsehen und Computern. Fliessend Wasser gibts nur, wenn es geregnet hat und man kommt sich hier ein bisschen vor, wie um einige Jahrzehnte zurueckversetzt.

 

Als wir am Sonntag morgen mit Gepaeck ankommen, werden wir viel freundlicher Begruest als bei unserem ersten Besuch. Ausserdem ist jetzt auch viel mehr los, denn nun haben die KungFu-Kids nicht gerade Siesta und es geht ganz schoen was ab. Zwar wird hier hart Kung Fu trainiert, aber eigentlich geht es ueberhaupt nicht ums Kaempfen, sondern mehr darum Koerperbeherschung und Disziplin zu lernen. In den Wu Wei Tempel kommen naemlich vor allem Waisen und schwererziehbare Kinder und Jugendliche. Etwa 15 Jungs und ein Maedchen zwischen 7 und 20 Jahren gehoeren zur Rasselbande. Ausserdem ein 'Kuechen-Team', das aus aelteren Leuten besteht, und natuerlich der 'Master'.

 

Der Tagesablauf sieht immer etwa aehnlich aus:

Um 05.00 ertoent der erste schwer zu ueberhoerende Gonschlag und gleichzeitig mit ihm beginnt der Singsang der ersten Messe der Kids und ein Fluchen aus Bett nebenan. Um 06.30, etwa gleichzeitig mit der Sonne, stehen dann auch wir auf. Waherend die Kids beim Master Training haben, ueben wir oder erforschen auf  langen Spaziergaengen die Gegend.

Um 08.00 gibs Fruehstueck (auch fuer die Goetter) und um 09.00 bis 12.00 ist dann das erste Training angesagt. Unter der strengen Aufsicht von 5 Tempel-Goettern, wird zuerst ausgiebig gedehnt. Ich kann manchmal fast nicht zuschauen, wie die Jungs und vor allem das Maedchen, ihre Koerper verbiegen. Oft helfen auch 4 oder 5 andere mit, jemanden so richtig durchzubiegen.

Dann Beginnen die Uebungen. Zu Beginn, koennen wir die einfachsten davon kaum nachahmen, machen aber immer mehr Fortschritte. Waehrend dem anschliessenden individuellen Training, lernen wir vom ca 20-Jaehrigen Ximie oder auch von den 10jaehrigen Kids die schwierigen Bewegungsablaeufe, bis dann um 12.00 der heiss ersehnte Mittagessen-Gong ertoent.

Das Essen ist tip top: Jeweils eine Schuessel Reis und 6 bis 7 Gerichte, von denen jeder nehmen kann, was er will. Machmal liegen Esswaren, z.b. Pilze zum trocknen an der Sonne. Nachdem wir da einen Korb voll Seepferdchen gesehen haben, inspizieren wir die manchmal schwer zu definierenden Mahlzeiten etwas genauer, bis uns schliesslich jemand erklaert, das Essen hier sei ohnehin vegetarisch und das was so aussaehe wie Fleisch sei nur Tofu ;-)

Waehrend der Siesta, die bis 16.00 dauert, fallen wir, wie auch die Kids, meist fix und fox in unsere Betten (Ich habe schon vom ersten Training an in jedem nur erdenklichen Muskel einen ueblen Muskelkater), lesen, bringen den Jungen Englisch bei oder sie uns Chinesisch.

Vor dem Nachtessen ist dann nochmals ein 2stuendiges Training angesagt. Am Abend sitzen wir oft draussen, trinken Tee mit dem Master und knacken Erdnuesse und Sonnenblumenkerne.

Dieser ist uebrigens mit einem witzigen orangen Kung Fu Anzug bekleidet, welcher ihn wie Rumpelstilzchen hoechst persoenlich aussehen laest. Ausserdem muss ich jedesmal schmunzeln, wenn laute Chinesische Musik ertoent und er aus der Tasche dieses alteruemlichen Anzugs ein hochmodernes Natel zieht. Fuer die Kids ist er respektperson und Vater zugleich und schmeisst diese Aufgabe erstaundlich gut.

 

Eine andere interessante Person ist Nimbo, der einzig wirklich ambitionierte Kung Fu Moench. Von morgens bis Abends sieht man ihn nur Trainieren, Meditieren oder TaiChi- und Yoga-Uebungen vollfuehren. Er ist um die 30 Jahre alt und da er gewoehnlich kein Wort spricht, haben wir erst nach einigen Tagen gemerkt, dass er eigentlich der einzige im Klosters ist, der fliessend englisch kann.

 

Ebenfalls stark beeindruckt hat mich die 9jaehrige Liocua (=Orchidee). Sie kam ins Kloster, da ihre Mutter starb und sie von ihrer Stiefmutter geschlagen wurde. Gewissenhaft macht sie ihre Uebungen und kann in Sachen Kung Fu manchmal sogar Nimbo noch was vormachen. Aber nicht nur ihre geschmeidig-Kraftvollen Bewegungen sind beeindruckend, sondern auch ihr Wille und Stolz, der dicke Kopf und die Position, die sie zwischen all den Jungs einnimmt.

 

Keine Angst, Oli, Kung Fu Meister sind wir in dieser Woche wohl nicht geworden, aber es war toll in dieses Klosterleben hineinzuschauen. Wir waren ueberrascht, wie leicht wir in die 'Familie' aufgenommen und integriert wurden.

Gestern war dann das Feuerfest, bei welchem die Kids feines Saegemehl in eine rund 2m hohe Riesen-Fackel hinen werfen , was dann zu kleineren und groesseren Staubexplosionen fuehrt. Als wir dieses zum Anlass nahmen, uns zu verabschieden und wieder etwas weiter zu ziehen war ich fast etwas traurig, das Kloster und die Leute, die wir trotz sprachtechnischen Hindernissen etwas besser kennen gelernt haben, zu verlassen...

 

Especially for you, Luca, I'll also put some pictures in and for the rest of the text: I'm sorry and have fun with the google translater ;-)

 

 

 

 

 

 

 

 


Bilder aus Dali und Umgebung

Posted on 21.07.2006 at 08:05 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Hier noch ein Bild der drei Pagodas von Dali, die das Wahrzeichen der Stadt sind:

 

 

 

Und einige aus der Umgebung (Radtour): Zwischen den Doerfern wird das Bild durch gelbe Strohhuete in gruenen Reisfeldern gepreagt!

 

 

 

Ein Bauer geht (wie viele andere) am Abend mit seiner Kuh spazieren:

 

 


Dali old Town

Posted on 15.07.2006 at 12:41 - 4 Kommentare - Post Comment - Link

Heute gehts mittels Langer-Weg-Wagen (Ueberlandbus) auf nach Xiaguan und von hier mit einem der Stadtbusse weiter nach Dali. Dieser bleibt kurz vor unserem Ziel mit rauchendem Motor stehen... Unser Hotel ist sehr ok. Wirklich nett, dass sie extra ein Loch in die sonst so westlich aussehende Badewanne geschlagen haben, damit die paar Tropfen Wasser, die aus der Brause kommen im Loch im Boden versickern koennen ;-)

Am Abend schlendern wir gemuetlich durch die Innenstadt, wo es von Touristen nur so wimmelt. Diese haben aber alle Schlitzaugen, die meisten sind sogar Chinesen, Westler gibts praktisch keine. So ist der Tourismus nur halb so schlimm... Als wir uns am spaeteren Abend noch ein Chinesisches Bier genehmigen, prosten uns die Chinesen vom Tisch nebenan zu, die gerade ein Trinkspiel spielen. Wir krazen unsere unsere wenigen Saetze Chinesisch zusammen und erklaeren, dass wir aus der Schweiz seien. Sie sind so begeistert, dass sogleich jeder den Uhren-Land-Menschen ein Bier spendieren moechte und bald schon sind wir von Bierflaschen und wild drauflosplappernden Chinesen umringt. Sie probieren unsere Schweizerschoggi ungefaehr aehnlich skeptisch, wie wir ihre Fleischspiessli...

Mitten in der Nacht klopft jemand an unsere Zimmertuer und erklaert, er sei unseren Room-Mate aus Indonesien und er sei so spaet dran, weil er sich in Xiaguan verlaufen haette... Ist dies ein mittelmaessig inszenierter Ueberfall, oder wirklich ein desorientierter Indonesier? Ein Duschmittel in unserem Bad, das weder Sonja noch mir gehoert, ueberzeugt uns schliesslich, das zweite zu glauben. Und damit haben wir sogar recht: Sehr desorientiert und vor allem redseelig!!!

Am naechsten Morgen sind wir ziemlich k.o. und schlafen lange. Bis wir schliesslich zwei Bikes gemietet, gepumpt, geflickt, umgetauscht und wieder geflickt haben ist es 13.00. Zuerst wollen wir die 3 Pagodas anschauen, doch der Eintritt kostet etwa gleichviel wie 8 Uebernachtungen und ist reinste Touristen-Abzoke, also lassen wir es sein...

In Kunming haben wir von zwei kanadischen Backpacker gehoert, sie haetten von anderen Backpackern gehoert, es gaebe irgendwo in der Region Dali ein Kloster, wo man Tai Chi und Kung Fu lernen kann, was noch ein echter Geheimtipp sei. Also machen wir uns auf die Suche. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da wir keine Ahnung haben ob da vom alten Dali oder vom neuen (Xiaguan) die Rede war, oder ob es sich sowieso nur um ein Geruecht handelt. Wir fragen uns aber ganz gut durch (das Nach-dem-Weg-fragen haben wir schon recht gut drauf), pedalen und laufen schliesslich rund 1h bei drueckender Hitze und duenner Luft einen Berg hinauf und stossen wiedererwarten mitten im nebligen Berg-Wald tatsachlich auf ein Kloster. Zwei Frauen sind am kochen und geben uns sofort irgendwelche Teig-Dinger zu essen, sperechen aber kein einziges Wort Englisch und vermutlich nicht mal Mandarin. Wir plaudern ein Bisschen mit ihnen und sie ein Bisschen mit uns aber keinen versteht den andern auch nur annaehernd. Ueber eine Treppe gelangen wir zum zweiten Teil des Klosters. Hier sitzen einige aeltere Luete, die ihre Freizeit mit Musizieren, Singen und Brettspielen verbringen. Keiner scheint uns wirklich zu beachten und niemand spricht Englisch. Endlich treffen wir auf ein Maedchen, das einige Worte Englisch spricht und fragen, ob wir hier Kung Fu lernen koennen. "Ja, aber heute nicht mehr." - Ob wir am So wiederkommen koennten - "yes" - "Zhe shi duoshao qian?" (Wieviel kostet das?) koennen wir ihr gerade noch nachrufen, bevor sie verschwindet. Wir schauen uns noch den Tempel und einige Raeume an und sind beeindruckt von der Ruhe, die von diesem Ort ausgeht!

Zum Glueck hatten wir beim Aufstieg zwei Israelis getroffen, die ebenfalls von diesem Kloster gehoert hatten. Wir werden uns nun mit ihnen treffen und wenn alles klappt die nachste Woche jeweils am Morgen Tai Chi und Kung Fu lernen und am Nachmittag Chinesisch...

Nachdem wir mit unseren Klapper-Bikes wieder ins Tal geholpert sind, machen wir uns noch auf eine 40km-Velotour durch die Reisfelder. Halb verhungert kommen wir nach Xizou, ein kleines Kaff, das wohl noch nicht manche Langnase gesehen hat. Im Restaurant werden wir durch die Kueche gefuehrt und da uns das Fleisch nicht so anmacht, erklaeren wir, wir seien Vegetarier und zeigen auf Tomate, Kohl und Zwiebel. Waehrend in der Kueche handiert wird "plaudern" wir mit dem Opa, welcher wohl auch kein Mandarin kann und dafuer midestens soviel Freude an den Ohne-Woerter-Buechern hat, wie die Kinder. Schliesslich Kriegen wir 3 Menus aufgetischt, eines mit Tomate, eines mit Kohl und eines mit Zwiebel. Alle drei sind schlichtweg fantastisch! Danach koenten wir wohl auch ohne Bike nach Hause rollen und schwoeren uns beim naechsten mal nur noch auf ein Gemuese zu zeigen...

 

Liebe Gruesse aus dem Land, wo ich T-Shirts der Groesse XL kaufe (keine Angst Reto, ich habe mich mit dem chinesischen Food zwar ganz gut angefreundet und unterdessen auch die Staebchen schon ganz gut im Griff, aber die XL-Groesse liegt daran, dass die Chinesinnen alle soooo muenzlig klein sind!)

 

Petra

 


Ankunft in Kunming

Posted on 12.07.2006 at 04:35 - 1 Kommentare - Post Comment - Link

Hola muchachos!

Der Flug nach Budapest war tip top... da hat der Typ am check-in rund eine halbe Stunde am Computer getippt, bevor er dann endlich aufschaute und mich anstrahlte: "Now I know e-v-e-r-y Part of your life!" und dann etwas weniger euphorisch hinzufuegte "...and you can go to china"!

Ein Glueck, dass ich im Flugzeug nach Peking neben der 17jaehrigen Lu zu sitzen kam. Sie spricht nicht nur fliessend chinesisch und ihren Muttersprache-Dialekt, sondern auch noch Schweizerdeutsch, Deutsch, Franzoesisch und etwas Italienisch! Als ich ihr eines von Retos Luxemburgerlis anbot war sie so begeistert, dass ich als Gegenleistung gleich einen 9stuendigen Sprachkurs aufgedrueckt bekam. Desweiteren weiss ich nun, dass die Maenner in Sichuan schoen sind und die in Shanghai gross sind und dass Pekingente toll und Yunnan-food scharf sei...

Beim Flug nach Kunming habe ich geschlafen, bis die Leute beim Landeanflug in allen Tonlagen zu kreischen und quitschen begannen... Die Hainan-Maschine huepfte von Turbulenzen geschuettelt nur so herum und als der Pilot in seelenruhiger stimme vorschlug, wir sollen die Seat-Belts doch noch etwas enger schnallen, wurde ich dann zugegebenermassen schon auch etwas nervoes...

 

Am Flughafen wurde ich von Sonja herzlich und mit Jasmin-Blumenkette empfangen. Die Busfahrt zum Hostel war ebenfalls witzig: Waehrend ich mich in dieser nonstop-hupenden Holperkiste mit beiden Haenden vesthielt sass die Indienerprobte Sonja gemuetlich da und machte bemerkungen ueber den "ruhigen und geodneten" Verkehr... Das Hostel ist gemuetlich, sauber und guenstig, wenn auch die Betten (Brett mit Wolldecke drueber) nicht ganz an unseren Standard heran kommen...

 

Kunming gefaellt mir bis jetzt sehr gut. Sauber und mit vielen gruenen Flecken, fast wie Vancouver (nur mit anderen Schriftzeichen)... Ansonsten fuehlt man sich recht schenell zu hause hier... sooo anders ist es auch nicht als bei uns. Nun gut, einige Dinge sind schon ungewohnt. Z.b. die coolen Velos mit Kueche,Grill oder Fruechte-Stand auf dem Gepacktraeger, Hausfrauen, die nach de Einkauf auf einem Platz tanzen und Leute, die ihre Sachen mit zwei an einer Stange montierten Koerbe durch die Welt tragen...

Am Abend war die Innenstadt romantisch beleuchtet und die ganze Bevoelkerung pilgerte durch Strassen und Gassen, plauderte, ass, kaufte ein, ...

Schade, dass hier schonmal Sonjas Natel gestohlen wurde... Die Taschendiebe arbeiten wohl ueberall gleich: Einer schneidet ihr mit einem Fruechte-Stand-Velo den Weg ab und schreit sie an, wir sind einen Moment perplex, es gibt kurz ein Gedraenge und der zweite haut mit Natel und Bike ab, waehrend der erste uns unschuldig erkaert, er wolle uns nur seine supertollen Lychees verkaufen :-(

Dafuer funktioniert meines Reto-sei-dank mit einer iternationalen PrePaid-Card: +423 663 173109 (nehme aber nur sms und keine Anrufe entgegen, da sehr extrem teuer. Es kommen uebrigens auch nicht alle SMS an. Am besten bewaehrt haben sich bis jetzt SMS, die auf dem Internet geschriben wurden. Fuer unwichtiges hinterlasst ihr wohl bessen einen Comment auf dem Blog! )...

 

So, morgen gehts auf nach Xianguan und Dali *freu*... Bevor wir das Busticket kaufen gingen, haben wir in einem Restaurant fleissig die entsprechenden Woerter geuebt. Als wir dann vor dem Schalter standen, stand da die selbe chinesin, die uns vohin im Restaurant nebenan bedient hatte und fragte schmunzelnd und in pik feinem Englisch, "ihr wollt morgen frueh nach Xianguan, richtig?!" *smile*

Das ist aber schon eher die Ausnahme. Die meisten koennen kein Englisch und einige einfach ein paar wenige woerter...

 

Als ich gestern im KFC jemanden auf chinesisch nach der Toilette fragte und ganz selbstverstaendlich den Weg gewiesen bekam war ich zuerst richtig perplex, dass es funktionierte und platzte dann fast vor Stolz :-)

Jetzt ist Sonja, die mich erst noch ausgelacht hat, ebenfalls fleissig am ueben und wir haben uns fest vorgenommen, jeden Tag 2 x eine halbe Stunde zu lernen. Mal schauen obs was bringt...

 

So, genug geschrieben! Liebe Gruesse aus Kunming bei 30Grad auf 2000 m.ue.M.

Petra

 

PS: Da hier alle ihr Buero halb auf der Strasse aufstellen, war es gar nicht so einfach ein InternetCafe zu finden/identifizieren...


Fragen über Fragen

Posted on 18.06.2006 at 11:47 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Nimen hao!

  • Wie kaufe ich eine Busfahrkarte um vom Flughafen nach Kunming zu fahren?!
  • Lerne ich ich noch rechtzeitig mit Ess-Stäbchen umzugehen oder laufe ich Gefahr irgendwann vor dem vollen Teller zu verhungern?!
  • Reichen 100-Wörter um sich 7 Wochen durch zu schlagen?
  • Verträgt sich mein Magen mit den chinesischen Hygieneverhältnissen, mein Geschmack mit den chinesischen Gewürzen und meine Interpretation von Esswaren mit der Speisekarte?!
  • Ob mich wohl irgend jemand versteht, wenn ich mit meinem Schweizerdialekt verzweifelt "You mei you ren hui shuo ying-wen?" frage?!?
  • Wie könnte ich z.B. einem netten Chinesen weiss machen, dass ich sein Angebot zwar sehr zu schätzen weiss, aber die gerösteten Flugechsen am Spiess lieber doch nicht probiere?!
  • Wie war wohl die Bemerkung "Wer bremst ist feige!" über das Chinesische Verkehrsmotto gemeint?!
  • Ob Yunnan wohl seinen Ruf als schönste Provinz Chinas bestätigt?!
  • Wie ist es wohl auf einem Gemeinschafts-WC zu sch.... ?!
  • Ob an der Behauptung, Individual-Tourismus in China sei irgendwo zwischen entnervend und unmögich einzustufen, wohl doch was dran ist?!
  • Wie zur hölle sieht das Symbol für Weiblein (an der Toilette) schon wieder aus???
  • Wie könnte ich Sonja in dieser Millionen-Stadt finden, falls sie nicht wie verabredet am 10. Juli 06 um 11.50 am Flughaven Kunming auf mich wartet?!
  • ...und wieviel Schweizer Schockolade kann ich importieren ohne sie verzollen zu müssen?!?

...das sind einige der Fragen, die mich in Zusammenhang mit meiner China-Reise zur Zeit wohl am meisten Plagen... Trotzdem steigt die Vorfreude von Tag zu Tag!

 

Falls euch die Antworten ebenfalls interessieren oder ihr wissen wollt, wie's mir so geht und wo ich mich gerade so rumtreibe, dann schaut doch ab und zu mal auf diesem Blog vorbei, denn ich habe vor hier meine Erlebnisse von Zeit zu Zeit zu schildern...

 

Ob, und wie regelmässig mir das gelingt, steht allerdings noch in den Sternen, denn offiziell sind Internet-Caffees in China immernoch verboten, ich habe keine Ahnung wie stark das Netz zensuriert wird (denke aber nicht, dass das ein Problem ist) und konnte mir das Chinesische Schriftzeichen für Internet beim besten Willen noch nicht merken...

 

Falls bei einem einem neuen Blog-Eintrag jeweils ein Hinweis-Mail erhalten möchtet, könnt ihr mir das mit einer kurzen Mail an (petra @ gmx.net) kurz mitteilen!

Selbstverständlich freue ich mich auch immer über Kommentare zu den Einträgen und news aus der Schweiz!

 

Lieber Gruss

Petra

 

 

PS: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!


Werbung: lustich.de im neuen Look

Posted on 1.01.1970 at 01:00 - 0 Kommentare - Post Comment - Link

Hast du es schon gesehen? lustich.de ist seit kurzem ganz neu gestaltet und sieht jetzt viel cooler aus. Musst du mal wieder reinschauen: lustich.de