| Gesetz der Keuschheit |
Haltet euch festAls ich als junger Missionar in Paris war, hatte ich mehrmals Gelegenheit, den Eiffelturm zu besteigen, der sich 300 Meter hoch über den Erdboden erhebt.
Der Turm wurde 1889 im Rahmen der Weltausstellung erbaut. In der Anfangszeit stürzten mehrere Menschen in den Tod, weil die Brüstung am obersten Stockwerk nicht hoch genug war. Inzwischen ist eine sehr hohe Brüstung aus Glas und Draht errichtet worden, die es praktisch unmöglich macht, daß man hinunterfällt. An einem windigen Tag kann die Spitze des Turms bis zu 60 Zentimeter weit schwanken. Es ist beängstigend, wenn man dann gerade dort oben ist. Aber auch dann steht es den Besuchern frei, auf der obersten Plattform umherzugehen und meilenweit in die Ferne zu blicken und in alle Richtungen zu fotografieren, wobei sie sich jederzeit sicher fühlen können — dank der Brüstung. Sie schützt sie und verleiht ihnen enorme Sicherheit. Es beruhigt die Besucher, daß sie da ist. Wie jene Brüstung sind auch Wertmaßstäbe Grenzen, die uns vor geistigem und manchmal auch vor körperlichem Schaden bewahren. Wertmaßstäbe sind allgegenwärtig in jedem Bereich unseres Lebens, seit dem Augenblick, als wir zur Erde gekommen sind. Wir brauchen sie, um sicher zu sein, zu wachsen, uns zu entwickeln und glücklich zu sein. Wenn keine Grenzen da sind Unsere älteste Tochter wurde einmal von einem Babysitter nicht richtig beaufsichtigt und durfte krabbeln, wohin sie wollte. Sie krabbelte über ein Heizungsschachtgitter im Fußboden und verbrannte sich schwer. Das Gitter war so heiß, daß die Haut tiefe Brandwunden davontrug. Ihr Bein sah wie eine Waffel aus. Es sind bis heute Narben zurückgeblieben, weil damals die nötige Grenze fehlte. Wir haben einmal in einem alten Haus gewohnt, wo die Richtlinien für das Gießen von Fundamenten völlig mißachtet worden waren. Im Laufe der Zeit war der Fußboden in verschiedene Richtungen abgesackt. Wenn meine Söhne ein Haus bauen, legen sie genaue Richtlinien fest, die einzuhalten sind und die mit der Vorbereitung und Festigung des Bodens anfangen, noch ehe überhaupt mit dem Bau begonnen wird. Das bietet die Gewähr dafür, daß das Haus später allem Druck standhalten kann. Entscheidungsfreiheit Meine Freunde, der Geistkörper und der Sinn werden durch das geprägt, was man ihnen eingibt. Auf einer Reise haben meine Frau und ich vor kurzem Wasser getrunken, an das wir nicht gewöhnt waren, und wir waren mehrere Wochen lang krank. So ist es auch mit unserem Sinn. Er wird durch das geprägt, was wir ihm eingeben. Der Geist wird durch das beeinflußt, was der Körper und der Sinn in sich aufnehmen. Denkt daran, der Geistkörper des Menschen ist ewig. Wenn jemand stirbt, wird der Geist vom physischen Körper getrennt. Der physische Körper ist dann leblos, aber der Geist lebt weiter und empfängt hoffentlich alle Segnungen, die denen verheißen sind, die ihre Entscheidungsfreiheit in der Sterblichkeit dafür nutzen, die Wertmaßstäbe zu wählen, die unser Vater im Himmel aufgestellt hat. Stellt euch vor, welche Freude wir empfunden haben, als wir erfuhren, daß eine schöne Erde erschaffen worden war, auf die wir kommen sollten. Und stellt euch vor, wie zufrieden wir waren, als wir erfuhren, daß wir dort nicht ohne Wertmaßstäbe oder Grenzen sein sollten, innerhalb derer wir uns geborgen und sicher fühlen können, Wertmaßstäbe, die unser Vater im Himmel gesetzt hat und die für uns alle allzeit gültig sind. Er wollte uns nicht ohne diesen wichtigen Schutz lassen, auch wenn er uns die Entscheidungsfreiheit gewährt, ihn anzunehmen oder aber zu verwerfen. Er wollte uns seine Wege, seine Wertmaßstäbe, seine Grenzen, seine Inspiration und seine Weisung anbieten und uns dann Entscheidungsfreiheit gewähren, damit wir sie annehmen oder aber verwerfen. Er hat deutlich gesagt, daß seine Wertmaßstäbe ewig, unveränderlich und zuverlässig sind, ein wahrer Schutz, so wie die Brüstung am Eiffelturm. Wenn wir innerhalb der festgesetzten Grenzen bleiben, sind wir sicher, ja, wir haben Frieden. Allerdings sind wir nicht gezwungen, uns daran zu halten. Wir haben unsere Entscheidungsfreiheit, so wie der Prophet Jakob es vor alters gesagt hat: „Ihr seid frei, euer Handeln selbst zu bestimmen – den Weg des immerwährenden Todes zu wählen oder den Weg des ewigen Lebens” (2 Nephi 10:23.) Erstaunliche Technologien All dies bringt mich nun zu einem wichtigen Punkt. Unsere heutige technische Welt ist von den erstaunlichsten Fortschritten gekennzeichnet, die es je gegeben hat. Sie erweitern Wissen, Einblick und Fortschritt. Die Fortschritte in den Medien sind beispielsweise unglaublich. Wir staunen über die immer rascher fortschreitende Entwicklung. Ich habe vor 44 Jahren eine Mission erfüllt, und das Fernsehen war damals praktisch unbekannt. Schon bald wird es so sein, daß Fernseh-, Radio-, Telefon- und Computerinformationen von Hunderten von Stationen oder anderen Quellen über ein einziges Glaslasersystem zu uns in die Wohnung gelangen. Welch großartige Möglichkeiten für Bildung und gute Unterhaltung sich uns da bieten! Aber gleichzeitig kann auch schmutzige Unterhaltung in Form von Videos, Musik und anderem eindringen, das unsere Gedanken und unseren Sinn beeinflußt. Letztlich beeinflußt es dann unser ewiges Ich, und all das in unseren eigenen vier Wänden. Wird es unsere Wertmaßstäbe untermauern – oder sie unterwandern? Diese Fortschritte stellen unsere Entscheidungsfreiheit gründlich auf die Probe. Werden wir uns für die Wertmaßstäbe der Kirche entscheiden und danach leben, auch wenn niemand weiß, ob wir es tun oder nicht.? Können wir es jetzt tun, auch wenn 60 bis 70 Prozent der Kinofilme und Unterhaltungsangebote unserer geistigen Entwicklung abträglich sind? Wenn wir uns jetzt an die Wertmaßstäbe des Herrn halten können, wird es uns leichter fallen, das immer zu tun. Ein deutlicher Wertmaßstab Die Erste Präsidentschaft hat uns in dein Heft Für eine starke Jugend einen Wertmaßstab für die Medien gegeben: „Der himmlische Vater hat uns geraten, nach allem zu trachten, was tugendhaft oder liebenswert ist, (siehe den 13. Glaubensartikel). Was immer ihr lest, anhört oder anschaut, hinterläßt einen Eindruck bei euch. Öffentliche Unterhaltung und die Medien können euch viele positive Erfahrungen vermitteln. Sie können euch erheben und anregen, euch gute und sittliche Grundsätze lehren und euch dem Schönen näherbringen, das dieses Leben bietet. Sie können aber auch Schlechtes und Böses normal, begeisternd und annehmbar erscheinen lassen. Pornographie ist besonders gefährlich und suchterregend. Neugieriges Anschauen von Pornographie kann zu einer verhaltensbestimmenden Gewohnheit werden, die zu härterem Material und zu sexueller Übertretung führt. Wenn man fortgesetzt Pornographie anschaut, stumpft der Geist ab, und die Stimme des Gewissens wird immer leiser. Großer Schaden entsteht daraus, daß man pornographisches Material liest oder betrachtet. Es weckt Gedanken, die die Selbstbeherrschung schwächen. Seien es Konzerte, Filme, Videokassetten oder sonst etwas - wenn es vulgär, unsittlich, unpassend, zweideutig oder in irgendeiner Weise pornographisch ist, dann geht nicht hin und nehmt nicht daran teil. Altersempfehlungen oder sonstige Einstufungen von Filmen zeigen nicht immer zuverlässig an, ob der Inhalt des Films den guten Geschmack beleidigt. Falls etwas sich nicht mit den Grundsätzen des himmlischen Vaters verträgt, so habt keine Angst, das Kino zu verlassen, das Gerät abzuschalten oder den Sender zu wechseln. Lest auch keine Bücher oder Zeitschriften und schaut keine Bilder an, die pornographisch sind oder UnsittIichkeit als annehmbar darstellen. Kurz gesagt, wenn ihr nicht sicher seid, ob ein bestimmter Film, ein Buch oder eine andere Art der Unterhaltung schicklich ist, dann schaut nicht hin, lest es nicht, nehmt nicht daran teil." (Seite 116) Meine jungen Freunde und alle Mitglieder in aller Weit, die wir so sehr lieben, Wertmaßstäbe und Grenzen, vor allem diejenigen, die der Herr festgelegt hat, dienen zu unserer Errettung, unserer Freude, unserem Frieden. Sie sind unser Schlüssel dazu, daß wir den Vater im Himmel und den Erretter wirklich erkennen, denn er ist „der Weg und die Wahrheit und das Leben” (Johannes 14:6). Wir wollen also seine Wertmaßstäbe und Grenzen kennenlernen und uns daran halten, damit wir „zum Herrn, zum Heiligen”, kommen. „Denkt daran: Seine Pfade sind rechtschaffen. Siehe, der Weg für den Menschen ist schmal, aber er liegt geradlinig vor ihm, und der Hüter des Tores ist der Heilige Israels; und er hat dort keinen Knecht; und es gibt keinen anderen Weg als durch das Tor; und er kann nicht getäuscht werden, denn Herr Gott ist sein Name"(2 Nephi 9:41.) James M. Paramore, November 1996 01:22 - 29.08.2008 - Schreibe einen Kommentar
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