| Gesetz der Keuschheit |
Keuschheit - Quelle wahrer MännlichkeitIch habe einmal mit einem gutaussehenden jungen Missionarsanwärter zusammengesessen, der mir unter Schluchzen und Reue seine traurige Geschichte offenbarte. Ich wollte mit ihm weinen. Er hatte dem Druck seiner sogenannten Freunde nachgegeben und war zu einer Party gegangen, auf der alkoholische Getränke ausgeschenkt wurden. Wider besseres Wissen hatte er dem Hohn und Spott der Anwesenden nachgegeben, hatte sich betrunken, und noch ehe der Abend vorüber war, hatte er seine Unschuld verloren. Er war unfähig gewesen, dem Druck der anderen standzuhalten; die Umstände, in die er sich gebracht hatte, hatten seinen Vorsatz, rein zu bleiben, untergraben. Vor seinen Augen hatte sich der Traum seines Lebens, nämlich der Traum von Mission und Tempelehe, in einen Alptraum verwandelt. Nun fühlte er sich beschämt, unsauber - unwürdig. „Habe ich nun meine Chance für eine Mission und für eine Heirat im Tempel vertan?“ fragte er. „Wie kann der Vater im Himmel mir das, was ich getan habe, vergeben? Würde sich doch die Erde auftun und mich verschlingen!“ Mir tat um seinetwillen das Herz weh. Beinahe noch größer als mein Mitgefühl für ihn war mein Zorn auf die, die ihn auf diesen „Pfad der Freude“ geführt hatten. Sie hörten offensichtlich auf den Sirenengesang des Satans, daß Keuschheit überholt sei, und bemerkten gar nicht den Schmerz, den sie verursacht hatten. „Du sollst nicht Ehebruch begehen“, hat Jahwe geboten, „und wer Ehebruch begeht und nicht umkehrt, soll ausgestoßen werden.“ (LuB 42:24.) Meine lieben jungen Brüder, was die Welt uns auch immer weismachen will, Gott hat dieses Gebot doch nie geändert. In einer anderen Zeit sittlicher Krisen hat die Erste Präsidentschaft verkündet: „Wir bitten die Jugend der Kirche: Seid rein, denn ein unreines Leben führt körperlich nur zu Leid, Elend und Kummer, und geistig ist es der Weg zur Vernichtung, Wie herrlich und den Engeln nah sind Jugendliche, die rein sind. ... Keuschheit ist der kostbarste Besitz der Jugendlichen; sie ist die Grundlage aller Rechtschaffenheit. Es kommen Zeiten, wo wir alle Gesundheit, Stärke und geistige Kraft brauchen werden, um die Anfechtungen zu ertragen,“ (James R. Clark, Messages of the First Presidency, Band 6, Seite 150.) „Ihr, Jugend von Zion, könnt keine unerlaubten, außerehelichen sexuellen Beziehungen haben - das ist nämlich Unzucht -, und den Strafen und dem Richterspruch entgehen, die der Herr gegen diese Sünde verhängt hat. Der Tag der Abrechnung wird so sicher kommen, wie die Nacht dem Tag folgt.“ (Ebenda, Band 6, Seite 176.) Meinem tränenüberströmten Freund war die ganze Reichweite seiner Handlungsweise bewußt geworden, und nun schließlich verstand er Almas Ausspruch: „Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht.“ (Alma 41:10.) In den traurigen Augenblicken mit diesem sorgenbeladenen jungen Mann drängte sich mir der Vergleich zu einem anderen auf, den ich im Haus des Herrn gesiegelt hatte. Dort. im Kreise seiner Familie, kniete das glückliche Paar an einem heiligen Altar und gab seiner Freude über die feierlichen Bündnisse Ausdruck, den die beiden miteinander und mit Gott geschlossen hatten. Sie sahen einander voll Vertrauen und Zuversicht in die Augen, denn sie waren rein und der ihnen verheißenen celestialen Segnungen würdig. Auf ihr Glück fiel kein Schatten. Meine lieben Brüder im Aaronischen Priestertum, ich bete darum, daß ihr bei allem, was ihr lernt, während ihr zum Mann heranreift, auch die große Wahrheit begreift, daß die Keuschheit die höchste und vollkommene Grundlage allen geistigen Fortschritts ist, Rechtschaffen zu sein macht glücklich. Der Herr hat gesagt: „Und nichts Unreines kann in sein Reich eingehen; darum geht nichts in seine Ruhe ein außer diejenigen, die ihre Kleider in meinem Blut gewaschen haben - wegen ihres festen Glaubens und weil sie von all ihren Sünden umgekehrt sind und bis ans Ende treu geblieben sind.“ (3 Nephi 27:19.) Ich fordere euch auf: Seid rein, seid würdig, seid stark und seid glücklich! Wie? Was könnt ihr tun, um die „feurigen Pfeile der Schlechten“ auszulöschen (siehe LuB 27:17) , der Versuchung zu widerstehen und untadelig vor dem Herrn zu wandeln? Erstens: Habt Geduld. Seid nicht zu eifrig darauf bedacht, erwachsen zu werden. Freut euch darauf, wie es sein wird, erwachsen zu sein. Denkt daran: Ihr seid nur einmal jung, aber ihr werdet sehr lange alt sein. Die Ungeduld verleitet uns oft dazu, mit dem Verbotenen zu liebäugeln und dabei die Folgen unseres närrischen Ausprobierens zu vergessen. Präsident Harold B. Lee hat anschaulich der Schmerz geschildert, der daher rührt, daß man mit der Versuchung zunächst liebäugelt und ihr dann erliegt. „Ich habe schöne, junge menschliche Schmetterlinge gesehen, die mit dem lockenden Feuer der Sünde gespielt haben. ... Viele dieser schönen menschlichen Schmetterlinge mit Flügeln, sich zum Himmel aufzuschwingen, sind mit versengten Flügeln und schweren Brandwunden abgestürzt, und zwar wegen ihrer Neugier nach dem Verbotenen. Je mehr ich vom Leben sehe, desto überzeugter werde ich, daß wir den jungen Leuten einprägen müssen, wie schrecklich die Sünde ist, und uns nicht damit zufrieden geben dürfen, sie nur den Weg der Umkehr zu lehren. Könnte euch doch jemand vor der Nacht der Hölle warnen, die einer moralischen Sünde folgt,.... wie es einer, der gesündigt hat, beschreibt: ‚Keiner hat davon gewußt. Du hast es niemandem erzählt, niemand hat es herausgefunden, niemand hat dich schuldiggesprochen. Aber du wirst rot, das Herz hämmert dir gegen die Rippen. Schweiß steht dir auf der Stirn. Als du in dieser Nacht schlafen gegangen bist, da hast du deiner Seele die Augen verbunden, du hast ein kleines Versteck gebaut, in das du dich verkriechen kannst, du hast einzuschlafen versucht, aber der Schlaf kam nicht. Du sagtest dir; „Andere haben es auch getan“ oder „Ich mußte es tun“ oder „Niemand wird das je erfahren“. Aber Hände aus der unsichtbaren Welt griffen durch die Dunkelheit, rissen die Binde von den Augen deiner Seele und zerschmetterten das kleine Versteck, das du für deinen verzagenden Geist errichtet hattest.'“ (Youthaiid theChurch, Seite 87f.) Meine jungen Freunde, bitte habt Geduld! Zweitens: Denkt an eure Bestimmung in der Ewigkeit. Denjenigen, die treu sind, hat der Herr verheißen: „Darum wird ihm alles gegeben werden, was mein Vater hat.“ (LuB 84:38.) Überlegt einmal, was das für euch als einen Sohn Gottes bedeutet. Brüder, setzt eurem Handeln Grenzen – Linien, die ihr nie überschreitet ‑ und diese müssen weit entfernt von der Grenze zwischen Cut und Böse sein. Bereitet euch auf kommende Erfahrungen vor. Überlegt euch, wie ihr einer Versuchung entgegentretet; bedenkt die Konsequenzen, und zwar für heute und für die Ewigkeit. Achtet darauf, daß ihr eure jeweilige Situation versteht. Wenn beispielsweise ein Freund euch bittet, etwas zu tun, dessen ihr euch nicht sicher seid, dann entgegnet ihm: „Willst du wirklich, daß ich so etwas tue?" Fragt euch dann: „Wenn ich tue, was mein Freund sagt ‑ breche ich dann meine eigenen Regeln oder das Gesetz, tue ich jemandem weh, den ich respektiere oder lieb habe, oder verliert dadurch jemand das Vertrauen in mich?“ Werft danach einen Blick auf beide Seiten der Medaille: Was geschieht dadurch Gutes, und was geschieht dadurch Schlechtes? Anhand aller Antworten seid ihr schließlich in der Lage, euch zu entscheiden. Ist alles positiv, dann werdet ihr wohl dem Freund folgen können. Wenn nicht, dann ist es eure Pflicht, nein zu sagen. (John W- Larsen. Youth's Frontier, Making Ethical Decisions, Seite 14.) Seid streng zu euch selbst. Bei einer Rede vor Jugendlichen in Stockholm hat Präsident Spencer W. Kimball dafür ein sehr gutes Beispiel angeführt. Er sagte über seine eigene Kind heit: „Wenn ich ganz allein die Kühe melkte oder Heu machte, hatte ich Zeit zum Nachdenken. Nach einigem Grübeln faßte ich den folgenden Entschluß; Ich, Spencer Kimball, werde niemals irgendein alkoholisches Getränk zu mir nehmen. Ich, Spencer Kimball, werde niemals Tabak anrühren. Ich werde niemals Kaffee oder Tee trinken. Nicht, weil ich die Gründe dafür erklären könnte, außer daß der Herr es gesagt hat. Er hat gesagt, es sei ihm ein Greuel. Es gibt zwar auch viele Greuel, die nicht im Wort der Weisheit genannt werden; aber das hier hatte ich mir fest vorgenommen. Und darum geht es mir. Ich hatte mir damals, als kleiner Junge, fest vorgenommen; ,Ich rühre das nicht an.’ Weil ich es mir fest vorgenommen hatte, war es leicht, daran festzuhalten; und ich ließ nicht locker. Ich kam oft in Versuchung, aber ich machte mir nicht einmal die Mühe, darüber nachzudenken. Ich blieb nicht stehen und dachte: .Soll ich, oder soll ich nicht?' Ich sagte mir stets: ,Ich habe mir fest vorgenommen, es zu lassen. Also lasse ich es.’ Ich bin etwas älter als ihr hier, aber ihr sollt wissen, daß ich bald ein weiteres Lebensjahr beginnen werde und noch nie Tee, Kaffee, Tabak, irgendein alkoholisches Getränk oder eine Droge probiert habe. Das hört sich für euch vielleicht anmaßend oder angeberisch an, aber ich möchte euch damit nur eines klarmachen: wenn jeder Junge und jedes Mädchen, der oder das etwas erwachsener wird und dabei unabhängiger von den Freunden und der Familie wird ‑ wenn also jeder Junge und jedes Mädchen sich fest vornimmt, nicht nachzugeben, dann ist es ganz egal, welcher Art die Versuchung ist. ,Ich habe es mir fest vorgenommen, und damit ist das erledigt.’“ (Gebietskonferenz in Stockholm, 1975.) Drittens: Haltet an eurer Überzeugung fest. Nehmt euer Leben in die Hand. Es geht um euren Körper, den Mantel eures Geistes, Macht euch nicht zum Sklaven eurer Gelüste und Leidenschaften. Seid erwachsen genug, daß der Geist den Körper beherrscht. Beim Widerstand gegen das, was ihr als falsch erkannt habt, ist Selbstbeherrschung lebenswichtig. Das gilt besonders, wenn ein Freund euch hartnäckig zu überreden versucht. Diese Selbstbeherrschung entwickelt sich, indem man sie übt, also müßt ihr innerliche Kraft aufbauen. Erinnert euch selbst immer wieder daran, daß ihr ein Sohn Gottes seid, der noch Großes zu tun hat. Winston Churchill, dieser tapfere Staatsmann während des Zweiten Weltkrieges, hat uns einen guten Rat gegeben. Er donnerte seine Überzeugung hinaus: „Gebt niemals auf, gebt niemals auf, nie, nie, nie, nie ‑in nichts, sei es groß oder klein, bedeutend oder nebensächlich ‑ gebt niemals auf, es sei denn, es geht gegen die Ehre oder den gesunden Menschenverstand.“ (Aus einer Rede an der Harrow School am 29.10.1941.) Viertens: Kehrt um. Einige von uns sind in ihrer Entwicklung gehemmt, und zwar durch begangene Fehler oder Sünden und dadurch, daß das Gewissen sie niederdrückt, bis sie zusammenbrechen. In der Comic-Serie Peanuts erzählte einmal Charlie Brown Lucy von seinen guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Er sagte: „Du wirst stolz auf mich sein, Lucy. ... Ich habe beschlossen, daß das kommende Jahr für mich das Jahr der Beschlüsse sein wird. Hier ist eine Liste von allem, was ich an meinem Leben in Ordnung bringen muß. .. .Ich werde ein besserer Mensch!“ Lucy entgegnete: „Ich nicht. ... Ich werde das ganze Jahr damit zubringen, die Vergangenheit zu bedauern. ... Nur so geht es, Charlie Brown. Ich werde wegen verschütteter Milch weinen und wegen verlorener Liebe seufzen. ... Das ist viel einfacher. ... Es ist sehr schwer, sich zu bessern. Ich hab's mal versucht und bin fast verrückt geworden. ... Mein Motto ist: Die Zukunft kann man vergessen! ... Die Vergangenheit bedauern? 0, wie sehr ich die Vergangenheit bedaure! Warum habe ich dieses getan? Warum habe ich jenes getan? Warum? Mir tut alles leid! 0, wie sehr! Was für Gewissensbisse! Welch ein Schmerz! Was für...“ Und da seufzt Charlie Brown und wirft seine Vorsätze weg. Unser liebevoller Vater im Himmel interessiert sich nur dafür, was ihr mit eurer Zukunft macht, und zwar auf der Grundlage der Umkehr von vergangenen Sünden. Kommen wir noch einmal auf meinen zerknirschten jungen Freund zurück, und damit auf diejenigen unier euch, die so wie er übertreten haben; ich versichere euch, daß der Vater im Himmel und die Kirche des Herrn euch immer noch sehr liebhaben. Der zweite Grundsatz des Evangeliums ist die Umkehr, dieses wunderschöne, errettende Prinzip, ohne das wir unvollkommenen Menschen alle verloren wären. Der Herr hat verheißen: „Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.“ (Jesaja 1:18.) Ist das nicht eine herrliche Verheißung? Und sie ist nur auf eure Umkehr bedingt. Mag der Weg auch lang und schwer sein, mögen Schmerz und Kummer auch groß sein, mag die Kirche auch in aller Liebe Maßnahmen zu ergreifen haben, die ein Gleichgewicht zwischen Gerechtigkeit und Gnade schaffen, die Umkehr kann doch eure Seele reinigen, und ihr könnt wieder im Licht des Heiligen Geistes wandeln ‑ die Übertretung wird vergeben, die Seele geläutert und geheiligt. Ihr kennt doch die Schritte! Zögert nicht. Vergeßt die Vergangenheit, es sei denn, um mit ihrer Hilfe ein besseres Leben aufzubauen. Fangt jetzt an, der ewigen Segnungen würdig zu sein, die Gott den Glaubensvollen und Treuen verheißen hat. Meine lieben jungen Brüder, mögt ihr verstehen, daß Keuschheit die Quelle der Männlichkeit ist, die Krone der Weiblichkeit, die Grundlage einer glücklichen Familie, der letzte und vollkommene Maßstab, der allem geistigen Fortschritt zugrundeliegt. Mögen wir würdig sein, auserwählt zu werden. Ich bete darum im Namen Jesu Christi, unseres Erretters. Amen. Elder Robert L. Backmann 01:36 - 29.08.2008 - Schreibe einen Kommentar
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