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Carmen hat sich gefreut, dass ich einen günstigen Stromanbieter für sie ausgesucht habe. Sie hat mich jetzt für das nächste Wochenende eingeladen. Ich werde am Freitag recht früh losfahren, sie holt mich dann am Nachmittag am Bahnhof ab. Ich bin gespannt auf ihre neue Wohnung und schon nervös wegen der Reise. Im Alter wird man doch zunehmend unflexibel. Ich fahre äußerst selten Zug und habe immer Angst, falsch einzusteigen oder einen Zug zu verpassen. Vor allem wenn ich umsteigen muss werde ich nervös. Aber Carmen hat mir alles genau per Email geschrieben.
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Ich habe gestern bei meiner Tochter Carmen angerufen. Ihr ist sicher auch schon aufgefallen, dass ich noch häufiger anrufe, jetzt wo Felix aus dem Haus ist. Carmen ist vor Kurzem umgezogen, da sie ihr Studium abgeschlossen hat. Sie wohnt jetzt knappe 200 km von Zuhause weg. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Kinder immer mehr aus den Augen verliere. Es ist richtig schwer, loszulassen. Früher wusste ich immer, was sie machen, womit sie sich beschäftigen. Nun weiß ich manchmal nicht, mit wem sie unterwegs sind und was sie eigentlich so den ganzen Tag machen. Und ich weiß noch nicht einmal, wie Carmens Wohnung nun aussieht. Gestern hat sie mir am Telefon erzählt, dass sie eine Stromnachzahlung in Höhe von 400 Euro hatte aus der alten Wohnung. Ich werde ihr da etwas dazugeben, das ist wirklich Wucher. Ich werde jetzt für ihre Wohnung einen Strompreisvergleich durchführen. Diesen Strompreisvergleich kann ich im Internet durchführen. Eigentlich könnte Carmen den Strompreisvergleich auch selbst durchführen, sie kennt sich mit dem Internet ja noch besser aus als ich. Aber ich weiß, dass sie sich mit Dingen wie einem Strompreisvergleich niemals beschäftigen würde und ich bin ja froh, dass ich noch gebraucht werde.
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Ich rufe eigentlich jeden Tag eines meiner Kinder an. Ich möchte einfach wissen, wie es Ihnen geht und was sie machen. Außerdem muss ich zugeben, dass es mir mittlerweile ein wenig langweilig ist. Ich habe mich mein ganzes Leben lang nur mit den Kindern beschäftigt. Auch gedanklich war ich immer nur mit meinen Kindern zugange. Wenn man drei Kinder hat, dann bleibt keine Zeit für eigene Hobbies. Meine Kinder waren sozusagen mein Hobby. Gestern habe ich wieder bei Felix angerufen und ich hatte das Gefühl, dass ich störe. Er war lieb zu mir wie immer. Aber ich hatte das Gefühl, dass er beschäftigt ist und ihm mein Anruf nicht wirklich gelegen kommt. Er ist ja mein Sohn, ich spüre das. Er fehlt mir so, das kann wahrscheinlich nur eine Mutter nachvollziehen. Ich werde versuchen, ihn etwas weniger anzurufen.
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Es ist sehr ruhig im Haus und ich bin etwas unruhig und unbeschäftigt. Das waren noch Zeiten, als wir zu fünft hier gewohnt haben, mein Mann Dieter und unsere Kinder Carmen, Judith und Felix. Es war immer Trubel um mich herum und ich war den ganzen Tag mit kochen, waschen und sonstigen Dingen beschäftigt. Oft war mir alles zu viel und zu laut hier im Haus. Doch nun ist es mir viel zu ruhig. Ich habe sogar wieder damit begonnen zu stricken seit Felix nun auch aus dem Haus ist. Er ist vor zwei Wochen ausgezogen und wohnt nun mit seiner Freundin Susanne zusammen. Susanne ist ein sehr nettes Mädchen und ich denke, dass es ihm gut geht mit ihr. Das beruhigt mich natürlich, aber er fehlt mir sehr. Ich hatte immer ein ganz besonderes Verhältnis zu Felix.
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